Das Verfahren der Mediation

Mediation ist ein Verfahren zur Konfliktvermittlung, in welchem eine dritte Partei zwischen mindestens zwei anderen Konfliktparteien vermittelt.

Ziel der Vermittlung durch eine allparteiliche dritte Partei ist das Finden einer einvernehmlichen  Lösung – einer Win-win-Solution. 

Der oder die Mediierende leitet den Prozess und durchsteigt auf einer tiefergehende Ebene die  Hintergründe des Konfliktes. Es ist seine/ihre Aufgabe die hinter dem Konflikt liegenden Gefühle  und Bedürfnisse zu entdecken. Oberflächlich gegensätzliche Ansichten, Interessen, Positionen werden dann auf einer anderen Ebene hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Interessen analysiert,  um zu einer kompromisslosen Win-win-Lösung zu kommen. 

Eine unbedingte Voraussetzung für die Durchführung einer Mediation ist die freiwillige Teilnahme  aller Beteiligten. Häufig gibt es jedoch den Fall, dass den Konfliktparteien zu einer Mediation geraten wird, zum Beispiel in interkulturellen oder beruflichen Kontexten. Im unverbindlichen  Erstgespräch, können eventuelle Fragen an den Prozess und die Rahmenbedingungen geklärt sowie ggf. bestehende Befürchtungen angesprochen werden. 

In jedem Fall werden zu Beginn einer Mediation Regelungen für den Rahmen des Prozesses getroffen, so dass das Setting für alle von Beginn an transparent ist. 

Wichtig ist, dass eine Mediation zur Lösungsfindung in konkreten Fällen verhilft. Sie ersetzt keine therapeutischen oder juristischen Verfahren. Dennoch können solche Verfahren durch Mediation  unterstützt werden. 

Philosophie der Mediation

Vielleicht haben Sie schon mal vom Orangenkonflikt gehört!? 

Wie der Name schon sagt, geht es um die Frucht und zwar die einzige und letzte Orange. Beide Streitparteien benötigen diese unbedingt und können die jeweils andere Partei nicht davon  überzeugen ihnen die Orange zu überlassen. 

Ein Blick auf eine tiefere Ebene ermöglicht schließlich die Erkenntnis, dass eine Partei die Orangenschale benötigt, zum Zerreiben für einen Kuchen und zur Dekoration im Raum. Die  andere Partei möchte sich einen Saft aus dem Fruchtfleisch pressen. Und da wird die Win-win Lösung sichtbar. 

Konflikte sind Chancen die unausgesprochenen Dinge zu klären, zu trennen oder zu verbinden und produktiv zu sein. 

Der Mediator oder die Mediatorin hat hierbei im Prozess gemeinsam mit den Parteien die Ressourcen ergründet, die  die Beteiligten in ihrem emotionsgeladenen Streit nicht mehr sehen konnten. Die Orange zu teilen wäre ein Kompromiss gewesen, der keine der beiden Parteien zufriedengestellt hätte. Das ist  nicht das Ziel einer Mediation. Es geht um den optimalen Gewinn beider Konfliktparteien

Interkulturelle Mediation #Diversity

Diese Art der Konfliktvermittlung existiert in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften und  gründet in einer langen globalen Tradition. Dennoch bedarf es je nach Kultur verschiedener  Anpassungen der Vorgehensweise. Es streitet eben nicht jeder gleich gerne, gleich laut oder leise,  gleich intensiv, Rollen sind anders verteilt, Settings und Rahmenbedingungen werden anders  erwartet. Deshalb bedarf es einer erhöhten Sensibilität bei interkulturellen Mediationen.

Ich verstehe Kultur als etwas konstruktivistisches, also etwas was sich in Gemeinschaft  entwickelt, durch z.B. gemeinsame Rituale und Gewohnheiten, durch Sprache, Werte und Verhaltensweisen, welche Orientierung bieten. „Interkulturalität bezeichnet also nicht nur die  Überschreitung der Grenzen zwischen den Kulturen, sondern signalisiert besondere  Aufmerksamkeit auf die vielfältigen kulturellen Formationen auch innerhalb einer Kultur. Dies schließt den Vielfaltsgedanken, fachsprachlich Diversity, mit ein.

Das heißt: „Gesellschaftliche Wirklichkeit lässt sich in dieser Perspektive nicht angemessen  beschreiben, wenn sie allein oder in erster Linie beispielsweise als Geschlechterordnung, als  ethnische oder kulturelle Ordnung, als Ordnung der Generationen aufgefasst wird“.

Es ist viel mehr als das:

– Unterschiedliche Lebenslagen von Menschen

– Unterschiedlichkeit im Hinblick auf Geschlecht

– ethnische Herkunft

– soziale Herkunft

– sexuelle Orientierung

– Religion und Weltanschauung

– Alter

– körperliche sowie geistige Kapazitäten

Diversity steht für die Anerkennung von Vielfalt als etwas Wertvolles.

Das untenstehende Schaubild veranschaulicht die Mehrdimensionalität der Diversity.

Mediation
Blioumi, A. (2001). Interkulturalität als Dynamik: Ein Beitrag zur deutsch-griechischen  Migarionsliteratur seit den siebziger Jahren (Stauffenburg Discussion: Studien zu Inter-und  Multikultur, Bd.20). Tübingen: Stauffenburg Verlag 

Mayer, C.-H. (2008). Trainingshandbuch Interkulturellen Mediation und Konfkliktlösung.  Didaktische Materialien zum Kompetenzerwerb. Münster: Waxmann 

Mecheril, P. (2007). Diversity. Die Macht des Einbezugs. In Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.), DOSSIER  Managing Diverstiy, Berlin. Zugriff am 17.12.2014 unter http://www.migration-boell.de/web/ diversity/48_1012.asp

Unsere Angebote

Allem vorangestellt ist immer ein offenes unverbindliches Gespräch, in dem ein erster Austausch über Ihre Anliegen stattfindet und in welchem Fragen geklärt werden können. Gemeinsam entscheiden wir dann in welchem Setting und wie wir miteinander arbeiten möchten.

Mediation mit 2 Konfliktparteien

Sie sind damit einverstanden an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten? Dann begleite ich Sie gerne in einem klaren Prozess.
Zunächst führe ich mit jeder Partei ein Vorgespräch bei dem erste Themenschwerpunkte erläutert und Rollen geklärt werden. Die Mediation beginnt anschließend an einem gemeinsamen Termin. Zu Beginn erhält jede Partei Zeit ihre Themen und Anliegen in Ruhe zu benennen und die Situation zu erläutern. Anschließend schauen wir gemeinsam auf die dahinter liegenden Gründe wie z.B. Werte, Bedürfnisse, Emotionen und Wünsche. Ziel ist es zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, die Sie dann schriftlich festhalten. Als Mediatorin moderiere ich den Prozess und setze geeignete Methoden ein. Dabei bin ich als Mediatorin jederzeit neutral. Für den Inhalt der Lösung sind die beiden Parteien verantwortlich. Zum Abschluss vereinbaren wir einen Reflexionstermin, bei dem Sie über das Gelingen der Vereinbarungen sprechen werden und ggf. Änderungen oder Ausdifferenzierungen vornehmen können.

Mediation in Gruppen und Teams

Manchmal braucht es eine außenstehende und allparteiliche Person. Als Mediatorin beziehe ich keine Position und bewerte keinerlei Ansichten. Nach einem ersten Kennenlernen und einer Rollenklärung kann die Vereinbarung über einen Mediationstermin getroffen werden. Der Prozess orientiert sich an dem oben beschriebenen mit 2 Konfliktparteien. Je nach Situation setze ich Moderationstechniken ein, die die Kommunikation in einer Gruppe erleichtern und strukturieren. Sollten mehrere Termine notwendig sein, wird es dennoch an jedem Termin ein konkretes Ergebnis geben, an dem Sie am Folgetermin ansetzen können.

Gerne moderiere ich auch Ihren Teamentwicklungsprozess mit Techniken und Methoden z.B. aus der Mediation und Pädagogik und/oder unterstütze Ihren Entscheidungsprozess.

Konfliktberatung oder Mediation im Einzelsetting

Gemeinsam beleuchten wir die verschiedenen Positionen und Themen des Konfliktes in stellvertretender Wahrnehmung. Wir schauen auf verschiedene Kommunikations- und Konflikttypen und analysieren Konfliktarten, um die Hintergründe zu entdecken. Abschließend folgt die persönliche Lösungsfindung.

Bitte scheuen Sie sich nicht mich unverbindlich anzusprechen.
Gerne beantworte ich Ihre Fragen auch über dieses Angebot hinaus.